3 Pop Grooves, die jeder Drummer braucht

Es muss nicht immer kompliziert sein: Im Schlagzeugunterricht sind es oft gerade einfache Achtelnoten-Grooves, die besonders viel Spaß machen und einen Song musikalisch tragen. Ich zeige Dir drei markante Beats aus bekannten Pop-Songs, mit denen Du an Timing, Koordination, Ausdauer und einer songdienlichen Spielweise arbeiten kannst.

Was ist ein Achtelnoten-Groove?

Für mich ist die Grundlage klar: Eine Hand spielt durchgehende Achtelnoten – zum Beispiel auf der Hi-Hat, dem Ride-Becken oder einer anderen Klangquelle. Bassdrum und Snare landen überwiegend auf diesem Achtelraster.

Auch wenn sich einmal eine Synkope dazwischenschiebt, bleibt der Beat für mich im Wesentlichen ein Achtelnoten-Groove. Entscheidend ist der konstante Puls der führenden Hand. Genau diese Klarheit macht solche Beats im Schlagzeugunterricht so wertvoll: Sie sind leicht zu verstehen, können musikalisch aber eine starke Wirkung entfalten.

Groove 1: „Set Fire to the Rain“ von Adele

Der erste Groove stammt aus „Set Fire to the Rain“ von Adele. Am Schlagzeug ist Ash Soan zu hören. Der Beat lebt von einer einfachen Basis und einer wirkungsvollen Orchestrierung am Drumset.

Die Grundidee

  • Spiele durchgehende Achtelnoten auf der Hi-Hat.
  • Spiele die Bassdrum als gleichmäßigen Viertelnotenpuls.
  • Setze in der Strophe zusätzliche Akzente auf „2 und“ und auf Zählzeit 4 am Standtom.
  • Wechsle im Refrain mit der rechten Hand von der Hi-Hat auf das Ride-Becken.
  • Spiele die Akzente auf „2 und“ und 4 im Refrain auf der Snare; die Bassdrum bleibt im Viertelnotenpuls.

Das Zieltempo liegt bei 108 BPM. Ich empfehle Dir, den Groove zunächst langsam zu üben, anschließend in einem mittleren Tempo und erst danach im Originaltempo.

Achte auf eine bequeme Orchestrierung

Die Position des Standtoms kann dazu führen, dass sich Deine Arme unangenehm kreuzen. Wenn Du diese Haltung vermeiden möchtest, kannst Du ein Standtom links von Dir aufstellen oder die Hi-Hat in der Strophe mit der linken Hand spielen. Wähle die Variante, die für Dich koordinativ machbar ist und sich möglichst entspannt anfühlt.

In der Produktion sind außerdem sehr leise Snare-Rolls zu hören. Live wird dieser Groove jedoch ohne diese zusätzliche Ebene gespielt, weil für Beat und Rolls gleichzeitig weitere Hände fehlen würden. Konzentriere Dich deshalb auf den eigentlichen Groove und seine Orchestrierung.

Groove 2: „Beat It“ von Michael Jackson

Der zweite Beat stammt aus „Beat It“ von Michael Jackson und wurde von Jeff Porcaro gespielt. Es handelt sich um einen zweitaktigen Groove. Der erste Takt ist sehr geradlinig, während die Bassdrum im zweiten Takt dem Pattern seinen charakteristischen Wiedererkennungswert gibt.

So spielst Du das zweitaktige Pattern

  • Spiele in beiden Takten durchgehende Achtelnoten auf der Hi-Hat.
  • Setze die Snare in beiden Takten auf die Zählzeiten 2 und 4.
  • Spiele im ersten Takt die Bassdrum auf 1 und 3.
  • Spiele im zweiten Takt die Bassdrum auf 1, 2 und 3. Auf Zählzeit 2 treffen Hi-Hat, Snare und Bassdrum gleichzeitig zusammen.

Das Anwendungstempo liegt bei 139 BPM. Gerade wenn Du noch am Anfang stehst, ist es ein gutes Workout, den gesamten Song in diesem Tempo durchzuspielen. Beginne langsam, gehe dann in ein mittleres Tempo und nähere Dich schließlich den 139 BPM.

Groove 3: „Don’t Lose My Number“ von Phil Collins

Der dritte Groove kommt aus „Don’t Lose My Number“ von Phil Collins. Im Original klingt das Pattern für mich nach einer Drum Machine. Besonders präsent ist in meiner Erinnerung eine Live-Version mit Ricky Lawson: Schon nach den ersten beiden Takten des achttaktigen Drum-Intros ist der Song sofort zu erkennen.

Das Pattern über zwei Takte

  • Spiele in beiden Takten durchgehende Achtelnoten auf der Hi-Hat.
  • Setze die Snare in beiden Takten auf 2 und 4.
  • Spiele im ersten Takt die Bassdrum auf 1 und auf „4 und“.
  • Spiele im zweiten Takt die Bassdrum nur auf 1.

Das Zieltempo beträgt 160 BPM. Diese Geschwindigkeit hat es in sich, weil die rechte Hand über weite Strecken ohne Pause durchspielt. Abgesehen von zwei markanten Drumfills bleibt der Achtelnotenpuls bestehen. Übe deshalb auch diesen Groove zuerst langsam, dann in einem mittleren Tempo und schließlich bei 160 BPM.

Im achten Takt des Intros kannst Du zusätzlich das charakteristische Fill spielen. Die ausgeschriebenen Noten zu den Grooves und zu diesem Fill findest Du in der PDF in der Videobeschreibung.

So übst Du die Grooves

Ich würde bei allen drei Beats nach demselben Prinzip vorgehen:

  • Pattern verstehen: Kläre zuerst, welche Hand die Achtelnoten führt und wo Bassdrum und Snare liegen.
  • Langsam beginnen: Spiele so langsam, dass jeder Schlag kontrolliert und an der richtigen Position landet.
  • Mittleres Tempo wählen: Steigere das Tempo erst, wenn Du den Ablauf sicher wiederholen kannst.
  • Zieltempo erreichen: Arbeite Dich zu 108, 139 beziehungsweise 160 BPM vor.
  • Songform berücksichtigen: Übe bei „Set Fire to the Rain“ auch den Wechsel von der Strophen- zur Refrain-Orchestrierung.
  • Ausdauer entwickeln: Spiele die Grooves über längere Abschnitte, statt nur einzelne Takte zu wiederholen.

So trainierst Du nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Konstanz und musikalische Kontrolle. Genau darum geht es bei diesen Beats: Sie sollen nicht kompliziert wirken, sondern den jeweiligen Song zuverlässig tragen.

Häufige Fragen

Muss ein Achtelnoten-Groove vollständig ohne Synkopen auskommen?

Nein. Für mich bleibt ein Beat auch dann ein Achtelnoten-Groove, wenn einzelne Bassdrum- oder Snare-Schläge auf einer Synkope liegen. Entscheidend ist, dass der durchgehende Achtelpuls erhalten bleibt und Bassdrum sowie Snare überwiegend auf diesem Raster sitzen.

Welchen Groove sollte ich zuerst lernen?

Für das beste Ergebnis würde ich mit dem Groove beginnen, dessen Zieltempo und Orchestrierung sich für Dich am besten kontrollieren lassen. Übe immer zuerst langsam und steigere Dich über ein mittleres Tempo zum Anwendungstempo.

Warum sollte ich einfache Grooves üben?

Weil ein Groove nicht kompliziert sein muss, um musikalisch stark zu sein. Diese drei Beispiele zeigen, wie wenige klar platzierte Elemente einen Song prägen und sofort wiedererkennbar machen können.

Fazit: Einfach spielen, musikalisch klingen

Durchgehende Achtelnoten, klare Backbeats und gezielte Bassdrum-Schläge reichen aus, um drei sehr unterschiedliche Pop-Songs unverwechselbar zu begleiten. Nimm Dir jeden Groove einzeln vor, achte auf eine entspannte Bewegung und steigere das Tempo schrittweise. Viel Spaß beim Üben!

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